HEERO - Die beste aller Alternativen

HEERO Übergabe - E-Works und GaLaBau Pütz Interview

Wir haben mit Patrick und René Pütz von der Pütz GaLaBau Gbr und mit Michael Holzwig von der E-Works Mobility GmbH über den Einsatz des E-Works HEERO, einem vollelektrischen Pritschenwagen, gesprochen. Ein Praxisbericht.

BAMAKA: Herr Pütz, warum haben Sie sich dazu entschieden einen E-Works HEERO in den Fuhrpark aufzunehmen?
 

René Pütz: Wir beschäftigen uns seit etwa 10 Jahren mit E-Mobilität. Im Pkw Bereich gab es mit Tesla recht schnell einen alleinigen alltagstauglichen Platzhirsch. Wenn es eine sehr gute Lösung gibt, dann reicht für uns ein Platzhirsch! (Lacht)

Bei den Transportern ab 3,5 t tut sich leider bisher sehr wenig. Alle Modelle, die beworben werden, sind nur in geringen Mengen ­verfügbar oder noch nicht einmal das. Es ­fehlen verlässliche ­Lieferauskünfte, Preise und am gravierendsten - brauchbare Lösungen. Selbst wenn ein Mitbewerber ein Fahrzeug ­anbietet und es auch noch bezahlbar wäre, fehlt es hier an einem entscheidenden Detail: Eine 3,5 t Anhängerkupplung.

Dazu kommt, dass die meisten Anbieter zunächst Kastenwagen anbieten, dann eine Einzelkabine und irgendwann die Produktion für die ­Doppelkabinen gestartet werden soll. Für uns im Garten- und Landschaftsbau ist die Doppelkabine mit Pritschenaufbau aber die entscheidende ­Variante, weil wir Personal bewegen und sehr viel unterschiedliches Werkzeug und Material mit uns führen müssen.

Das sind alles nur Rahmenbedingungen, an denen aber die konventionellen Hersteller schon scheitern. Und hier sind wir noch nicht bei den positiven Eigenschaften, die der HEERO mit sich bringt …

 

BAMAKA: Welche Eigenschaften sind Ihnen hier besonders im Sinn?  
 

René Pütz: Da wäre zum Beispiel ein optimales Verhältnis von Batteriegröße, OnBoard Ladegerät ­(22 kW) und einem Schnelllader für den Notfall. Selbst wenn dann doch eine lange Tour ansteht, lässt sich in Kürze das Fahrzeug wieder in einen betriebsbereiten Zustand versetzen (Anm. d. R. die ­Reichweite beträgt bis zu 400 km). Hier ist natürlich noch viel Luft nach oben, was die Infrastruktur an Schnellladern angeht. Wir haben zum Glück eine Schnelllademöglichkeit in 4 km Entfernung zu unserem Unternehmensstandort.

Doch wir sind nicht gänzlich auf die Ladeinfrastruktur angewiesen. Wir haben als Grundvoraussetzung/ -versorgung zunächst eine 100 kWp Photovoltaikanlage auf unserem Betriebsgebäude installiert und speisen hiermit unsere E-Fahrzeuge. Zukünftig werden wir über ein intelligentes Ladesystem und ­einem Zwischenspeicher, die Energie noch effektiver für unseren Fuhrpark nutzen können.

Parallel hoffen wir, dass bald die Möglichkeit besteht aus mobilen Speichern (Hofradlader, Mitarbeiterfahrzeuge etc.) Energie zwischen zu speichern und in den Abendstunden wieder in unser Netz einspeisen zu können. Somit hätte man ein Mehrnutzen aus den vorhandenen Akkus, ­welche nur sehr temporär genutzt werden, aber für den Betrieb notwendig sind.

Zusätzlich überzeugt mich beim HEERO, dass Hard- und Software aus einem Haus kommen, sodass auch zukünftige Entwicklungen übernommen werden können und Anpassungen schnell umgesetzt werden. Nicht zuletzt unterstützen wir gerne E-Works und ­damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland sowie die Entwicklung ­zukunftsfähiger Technologie, um Abhängigkeiten in diesem Bereich abzubauen.

 

BAMAKA: Welche Aufgaben können Sie mit dem HEERO erledigen? Gibt es Einschränkungen im Vergleich zu Modellen mit Verbrennungsmotor?
 

Patrick Pütz: Wir können mit dem HEERO alle Aufgaben erledigen, die wir bisher mit Fahrzeugen mit ­Verbrennungsmotoren durchgeführt haben: Personal-, Werkzeug-, Maschinentransport.

Einschränkungen gibt es also ­keine. Im Gegenteil: Elektrische Nutzfahrzeuge bringen einen ­entscheidenden Vorteil mit sich. Bei uns im Bergischen Land ­leidet vor allem die Kupplung erheblich, da wir häufig an Steigungen anfahren müssen. Mit einem 7 t ­ Gespann ist das für die konventionelle Kupplung und den Fahrer eine ­Herausforderung. Selbst bei geringer ­Kilometerleistung wird bei unseren Fahrzeugen mit Schalt­getriebe häufig die Kupplung ­erneuert.

Der Elektromotor und das damit verbundene Eingang-Getriebe ermöglichen ein sanftes Anfahren und zügiges einfädeln in den Verkehr und ist somit auch die technologisch sinnvollere Alternative zum Nutzfahrzeug mit Verbrenner.

BAMAKA: Wie groß ist Ihr Fuhrpark derzeit? Welche Fahrzeuge ­kommen zum Einsatz? Planen Sie die Elektrifizierung des Fuhrparks weiter auszubauen?
 

Patrick Pütz: Wir haben derzeit neben den angesprochenen Elektrofahrzeugen noch einen weiteren Elektrokastenwagen im ­Einsatz. Darüber hinaus besitzen wir 6 ­Pritschen- und Kastenwagen, sowie einen 3-Achser-Lkw, 3 Bagger und 2 Radlader. Alle mit einer Dieselmotorisierung.

Wenn ausreichende finanzielle Kapazitäten ­vorhanden wären, würden wir sofort alle ­Pritschen- und Kastenwagen durch HEERO Modelle austauschen. ­Realistisch ist, dass wir jährlich 1 bis 2 Fahrzeuge tauschen werden.

Bei den Baumaschinen ist es noch etwas schwieriger, aber auch hier sind wir aktuell in der Testphase für einen E-Radlader. Sobald dieser Marktreif ist, werden wir auch hier einen Austausch anstreben. Im Baggerbereich ist es zumindest für die kleineren Bagger bis 2 t realistisch einen Wechsel in naher Zukunft zu realisieren.

Gerade bei den Baumaschinen ist eine erhebliche Arbeitsentlastung für die Mitarbeiter durch Elektro­motoren möglich. Bagger und ­Radlader mit thermischer ­Motorisierung haben einen permanenten Lärmpegel, der zwar unter den ­Messwerten für einen Gehörschutz liegt, aber enorm belastend ist, aufgrund der Dauer der Beschallung.

Denn häufig laufen die ­Maschinen auf der Baustelle, auch wenn sie, durch bestimmte Arbeitsabläufe und dadurch entstehende Arbeitspausen, nicht benutzt werden. Ganz abgesehen von der ­Abgasbelastung im direkten Arbeitsumfeld. Sowohl die Abgas- als auch die Lärmemission entfallen bei Elektrobau­maschinen.

 

BAMAKA: Welche Hürden hinsichtlich Ihrer Ladeinfrastruktur hatten Sie zu nehmen?
 

René Pütz: Im Arbeitsalltag wird es mit dem HEERO für uns keine Schwierigkeiten geben, da wir endlich ein Fahrzeug haben, mit dem wir ohne Probleme zur Baustelle und wieder zurückkommen. ­Geladen wird hauptsächlich im ­Betrieb. Hier ist in Zukunft ein ­Lademanagement sehr wichtig, ­damit man individuell die Fahrzeuge mit Energie ­versorgen kann. Es gibt Fahrzeuge bei uns, die müssen jeden Tag voll sein, da sie ein ­größeres Gebiet befahren, z. B. die Gartenpflege. ­Andere Fahrzeuge, die auf Baustellen im Umkreis von 10 km liegen, müssen nicht jeden Tag vollgeladen werden.

E-Works

BAMAKA: Herr Holzwig, welche Vorteile bietet ein HEERO für Unternehmen? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?
 

Michael Holzwig: Da wir ­bestehende Fahrzeuge mit modernster ­Technik in unserem HEERO kombinieren, heben wir die Alltagstauglichkeit von E-Nutzfahrzeugen auf ein neues Level.

Mit unserer Technologie können wir mit einer nachhaltigen und emissionsfreien Lösung die Anforderungen des Marktes bedienen und unsere Kunden müssen keine Kompromisse zu Dieselfahrzeugen eingehen.

Wir bieten unseren Kunden derzeit zwei Varianten für den Kauf eines HEEROs an. Als Basis dient uns hier ein Mercedes-Benz Sprinter, Typ 907 mit Hinterradantrieb und ab Baujahr 2018. Variante eins ist, dass der Kunde ein Fahrzeug bereits in seinem Besitz hat und dieses umrüsten lassen möchte. Bei Variante zwei, bestellt der Kunde bei uns ein Komplettfahrzeug. Hier besorgen wir ein Gebrauchtfahrzeug, rüsten dieses auf einen Elektroantrieb um und bereiten es einmal komplett für den Kunden auf. Die Fahrzeuge sind dann im Zustand mit einem Neufahrzeug vergleichbar.

 

BAMAKA: Das Thema Nachhaltigkeit wird bei der Firma E-Works Mobility sehr großgeschrieben. Wie versuchen Sie das konkret ­umzusetzen?

 

Michael Holzwig: Ein entscheidender Vorteil von unserem ­HEERO für Unternehmen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und ­Umweltschutz ist das Konzept der ­Circular Economy. Indem wir ­bereits ­bestehende Fahrzeuge elektrifizieren müssen keine Tonnen von Stahl durch Walzwerke für neue ­Karosserien gejagt werden und wir erweitern gleichzeitig den Produktlebenszyklus und sparen uns und unseren Kunden ein hohes Volumen an CO2 ein.

Dabei verfolgen wir unsere firmeninterne Strategie Rethink – Recycle – Reuse. Durch die Integration von einer neuen, umweltfreundlichen Antriebstechnologie in bestehende Fahrzeuge, die vorher mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet waren, verleihen wir den Fahrzeugen ein zweites Leben.

Doch mit dem Fahrzeug hört die Circular Economy ja nicht auf. Die Batterien von Elektrofahrzeugen können nach ihrem Lebensende für die Speicherung erneuerbarer Energien oder für die Produktion von ­Sekundärrohstoffen recycelt ­werden, was auch zur Vermeidung von ­Abfall beiträgt. Da wir serienmäßig 110 kWh verbauen, heißt das, dass auch mit einem Rest-SoH von 70 % (State of Health) der Batterie genügend Energie ­gespeichert ­werden kann, um ­einen ­Heimspeicher für ein Haus oder ­Firmen zu stellen. Circular Economy fördert das Konzept der ­Wiederverwendung und des Recyclings von Materialien und ­Rohstoffen, was nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch die Kosten für Unternehmen senkt.

Durch die Implementierung von Elektro-Nutzfahrzeugen in einem Kreislaufwirtschaftssystem können Unternehmen ihren öko­logischen Fußabdruck reduzieren

BAMAKA: Für welche Unternehmen bzw. Branchen eignet sich der HEERO besonders? Gibt es für ­jedes ­Unternehmen einen HEERO? Wie lange dauert die Produktion ­derzeit?
 

Michael Holzwig: Unser HEERO eignet sich eigentlich für alle Branchen, insbesondere solche, die auf eine zuverlässige und kosten­effiziente Transportlösung angewiesen sind. Der HEERO kommt als Fahrgestell, Pritsche- / Kastenwagen oder als Kleinbus. Dabei sind verschiedene Längen, Gewichtsklassen und Kabinen­varianten wählbar. Beim Fahrzeugaufbau eröffnen sich dank der Batteriekapazität neue Möglichkeiten. Dank unserer Schnittstellen und Nebenantrieben wird ihr Fahrzeug zum Alleskönner, egal ob Sie in der KEP-Branche, im ÖPNV, Handwerker oder Bauunternehmer sind.


Neben den bereits aufgezählten Branchen gehören unter anderem Städte und Gemeinden, Flughafen- und Shuttle-Services dazu. Zu einem unserer größeren Kunden gehört auch die TOI TOI & DIXI – Gruppe, die mit dem HEERO Servicefahrten für Ihre mobilen Toilettenhäuschen nun auch elektrisch durchführen können. Hier nutzen wir auch die Fahrbatterie um Nebenantriebe wie Pumpen und Ventile mit Energie zu versorgen.

 

BAMAKA: Welche Innovationen plant E-Works Mobility in der ­Zukunft? Welche Produkte bieten Sie außerdem an?
 

Michael Holzwig: Wir wollen ­unser Produktangebot erweitern und Umrüstungen nicht nur auf ­Mercedes-Benz Sprinter fokussieren. Jedes Diesel-Nutzfahrzeug soll in der Zukunft innerhalb weniger Tage in einen HEERO umgerüstet ­werden können. Derzeit dauert eine ­Umrüstung – von Anlieferung bis Auslieferung inkl. aller TÜV-Papiere – ca. 4 Wochen.


Ein weiteres Thema ist externe ­Geräte am Einsatzort mit Energie zu versorgen. Hier arbeiten wir auch eng mit unseren Partnern zusammen und werden voraussichtlich bis Ende des Jahres eine Lösung ­anbieten können.

Zusätzlich ermöglichen wir mit unserem Umrüstkit anderen qualifizierten Umrüstpartnern ein neues Geschäftsfeld für sich zu etablieren, gemeinsam mit uns zu wachsen und dabei die Elektrifizierung im Segment der Nutzfahrzeuge voranzutreiben.